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Fachtagung
Liebe Freunde von PFS
Am 13. Juni fand auf Schloss Beuggen, D-Rheinfelden, unsere Fachtagung zum Thema ‚Der erfolgreiche Besuch im Gefängnis‘ statt mit Bruno Graber, Sozialpädagoge, stellvertretender Chef Sicherheitsdienst in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lenzburg.
Es war sehr spannend den Erläuterungen des Referenten zuzuhören. Sein Fachwissen und seine langjährige Erfahrung ermöglichten es ihm den Teilnehmern hochstehendes und gleichzeitig praxisrelevantes Wissen zu vermitteln.
Als Grundsatz über dem Besuch im Gefängnis steht das Motto: Wie kann ich der Institution und dem Insassen gerecht werden und optimalen Nutzen für diese beiden Seiten bringen. Aus der Natur der Sache ergibt es sich, dass dieses Ziel einen Spagat zwischen völlig gegensätzlichen Interessen beinhaltet. Es lohnt sich folglich, unser Auftreten sorgfältig zu überdenken, denn es hat Auswirkungen auf den Gefängnisalltag. Wir haben einen Einfluss. Dabei ist es ein guter Grundsatz, wenn wir mit allen Beteiligten Personen so umgehen, wie wir es uns wünschen, dass mit uns umgegangen wird. Justizvollzugsmitarbeiter leisten eine schwierige und anspruchsvolle Arbeit. Sie sind Profis und tragen eine grosse Verantwortung. Um sie dabei zu unterstützen ist es wichtig, sich in ihre Aufgabe und Denkweise hineinzuversetzen. Oberstes Prinzip im Gefängnis ist die Sicherheit, die jederzeit gewährleistet sein muss. Dies ist eine komplexe Aufgabe, wenn man an die hinterhältigen Überlegungen denkt, mit welchen Gefangene stetig versuchen, Regeln und Anordnungen aktiv zu umgehen oder/und zu unterwandern. Es ist erstaunlich, dass immer wieder versucht wird, Natels, Waffen, Drogen etc. ins Gefängnis zu schmuggeln. Dabei kann selbst ein frommer Kalender voller Bibelsprüche dazu missbraucht werden, ein Natel darin zu verstecken! Wenn man die herrschenden Sicherheitsmassnahmen aus diesem Blickwinkel betrachtet, dann werden sie nicht als Schikane wahrgenommen, sondern als reine Notwendigkeit. Innere Widerstände entstehen oftmals daraus, dass man sich nicht richtig in die Situation des Gegenübers versetzt hat. Also: Gehen wir immer wieder in unseren Gedanken ein paar Schritte in den Schuhen unseres Gegenübers, so werden wir Vieles besser verstehen und wir werden aufmerksame und zuvorkommende Besucher mit einem Kennerblick für die Situation im Gefängnis.
Luzia Zuber
(Präsidentin Prison Fellowship Schweiz)